Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD-V) – Bund und Kommunen
Bundesweit (Bund und Kommunen): In Kraft, Laufzeit bis 31.03.2027 (294 Tage)
Tarifvertrag und Verhandlungspartner
Der Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) ist der mit Abstand größte Tarifvertrag in Deutschland: Er gilt für rund 2,6 Millionen Beschäftigte des Bundes und der Kommunen. Verhandelt wird im Wechsel zwischen ver.di und der dbb tarifunion auf Gewerkschaftsseite und dem Bund sowie der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) auf Arbeitgeberseite.
Der TVöD ist in mehrere Sparten unterteilt: TVöD-V (Verwaltung) ist der Kern, dazu kommen TVöD-SuE für Sozial- und Erziehungsdienst, TVöD-K für Krankenhäuser und weitere. Die zentrale Lohnerhöhung wird in der TVöD-Hauptrunde verhandelt und gilt grundsätzlich für alle Sparten – Sondertarifrunden gibt es nur für Eingruppierungen oder spezielle Arbeitsbedingungen.
Worum es im aktuellen Tarifkonflikt geht
Die letzte TVöD-Runde wurde am 6. April 2025 abgeschlossen, nachdem die dritte Verhandlungsrunde gescheitert war und eine Schlichtung geführt hatte. Der neue Vertrag läuft 27 Monate – bis zum 31. März 2027. Inhaltlich brachte die Einigung eine Erhöhung in zwei Stufen:
- ab 1. April 2025: +3,0 Prozent, mindestens 110 Euro pro Monat
- ab 1. Mai 2026: weitere +2,8 Prozent
Hinzu kommen ein zusätzlicher Urlaubstag ab 2027, die Möglichkeit, Teile der Jahressonderzahlung in bis zu drei freie Tage zu tauschen (ab 2026), und 75 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Monat in zwei Stufen.
Während der Laufzeit gilt Friedenspflicht, ein Vollstreik wäre nicht zulässig. Die nächste reguläre Tarifrunde startet voraus sichtlich im Winter 2026/27.
Wen ein Streik betrifft
Wenn der TVöD streikt, ist die Wirkung breit: Müllabfuhr, Bürger ämter, Stadtwerke, Schwimmbäder, Kindergärten, kommunale Krankenhäuser, Verkehrsbetriebe – überall, wo Bund oder Kommunen Arbeitgeber sind, fällt der Betrieb aus oder wird massiv eingeschränkt. Streiks treffen nicht nur die Beschäftigten und ihre Arbeitgeber, sondern jede Bürgerin und jeden Bürger im Alltag.
Die Auswirkungen sind regional – ein Müllstreik in München wirkt nicht in Hamburg. Aber typische TVöD-Streikwellen sind koordiniert und laufen bundesweit zeitnah parallel.
Streikhistorie
Tarifrunden im öffentlichen Dienst sind regelmäßig medial sichtbar, vor allem wegen der Müllabfuhr-Streiks und Kita-Schließungen, die direkt im Alltag spürbar sind:
- 2018: Drei Warnstreikwellen, Einigung ohne Schlichtung.
- 2020: Tarifrunde unter Corona-Bedingungen, weitgehend ohne Streiks abgeschlossen.
- 2023: Größte TVöD-Tarifrunde seit Jahren, mehrere bundesweite Aktionstage von ver.di und dbb, Schlichtung führte zum Abschluss.
- 2025: Tarifrunde mit kürzerer Streikphase als 2023; nach gescheiterter dritter Verhandlungsrunde brachte die Schlichtung am 6. April 2025 den aktuellen 27-Monats-Vertrag.
Die TVöD-Runden gelten als Pilotabschlüsse für viele andere Branchen: Was Bund und VKA mit ver.di vereinbaren, prägt die Erwartungen für den Tarifvertrag der Länder (TV-L) und auch für viele private Branchen-Tarifverträge.
Hintergrundtext zuletzt geprüft: 2026-04-25
Regionen · 1
| Region | Typ | Ampel | Laufzeit-Ende | Link |
|---|---|---|---|---|
| Bundesweit (Bund und Kommunen) ★ | bundesweit | Grün | 31.3.2027 | → |
Zeitleiste
- 25.04.2026 in kraft
Abschluss 06.04.2025 in Kraft. Zweite Stufe +2,8% am 01.05.2026. Nächste Tarifrunde Anfang 2027. Manuelle Korrektur eines fehlerhaft als 'abgeschlossen' (Tarifrunde Autobahn GmbH) klassifizierten Auto-Eintrags vom 26.02.2026 – falsche Familien-Zuordnung.
Quelle - 06.04.2025 abgeschlossen
3,0% (min. 110€) ab 04/2025, +2,8% ab 05/2026; 27 Monate bis 31.03.2027; +1 Urlaubstag ab 2027.
Quelle - 22.04.2023 abgeschlossen
Inflationsausgleichsprämie 3.000€, Sockel 200€ + 5,5% ab 03/2024; Laufzeit 24 Monate bis 31.12.2024.
Quelle - 25.10.2020 abgeschlossen
Corona-Sonderzahlung Ø 400€, +1,4% (min. 50€) ab 04/2021, +1,8% ab 04/2022; Laufzeit 28 Monate bis 31.12.2022.
Quelle
Quellen
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