EVG-Konzerntarifvertrag Deutsche Bahn AG
DB-Konzern (bundesweit): In Kraft, Laufzeit bis 31.12.2027 (569 Tage)
Tarifvertrag und Verhandlungspartner
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist mit rund 185.000 Mitgliedern die größte Gewerkschaft im deutschen Bahnverkehr. Sie ist 2010 aus der Fusion der beiden DGB-Bahngewerkschaften Transnet und GDBA entstanden und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.
Verhandelt wird der Konzerntarifvertrag der Deutschen Bahn AG – ein Vertragswerk, das fast alle Berufsgruppen im Bahnbetrieb erfasst: Werkstatt- und Instandhaltungspersonal, Disponentinnen und Disponenten, Verwaltungsbeschäftigte, Reinigungs- und Service personal sowie einen Teil der Zugbegleiter:innen und Lokführer:innen, die nicht in der GDL organisiert sind. Insgesamt fallen rund 192.000 DB-Beschäftigte unter diesen Vertrag.
Die EVG verhandelt traditionell pragmatischer als die GDL und setzt stärker auf das Gesamtpaket statt auf einzelne Berufsgruppen.
Worum es im aktuellen Tarifkonflikt geht
Der aktuelle EVG-Konzerntarifvertrag wurde am 16. Februar 2025 abgeschlossen und läuft 33 Monate – ab April 2025 bis Ende Dezember 2027. Insgesamt 6,5 Prozent Erhöhung in mehreren Stufen:
- April 2025: 200 Euro Einmalzahlung
- Juli 2025: +2,0 Prozent auf die Tabellenentgelte
- Juli 2026: +2,5 Prozent
- Dezember 2026: zusätzliche Schichtdienstzulage von 2,6 Prozent als jährliche Sonderzahlung
- Dezember 2027: weitere 2,0 Prozent als jährliche Sonderzahlung
Während der Laufzeit gilt Friedenspflicht – Streiks der EVG sind formal nicht zulässig. Die nächste reguläre Tarifrunde startet voraussichtlich im Herbst 2027.
Wen ein Streik betrifft
Weil die EVG fast alle nicht-fahrenden Berufe im DB-Konzern organisiert, treffen ihre Streiks alle Sparten der Deutschen Bahn: Fernverkehr, Regional, S-Bahn und Güterverkehr stehen still, weil Werkstattpersonal die Züge nicht freigibt und Disponentinnen den Verkehr nicht steuern. Das Volumen entspricht ungefähr einem GDL- Streik – nur dass es noch breiter wirkt, weil auch Bahnhöfe und Service-Funktionen ausfallen.
Reisende mit DB-Ticket haben Anspruch auf Erstattung oder Umbuchung nach den Fahrgastrechten – Einzelheiten unter Was tun bei Streik?.
Streikhistorie
Die EVG streikt seltener als die GDL, aber wenn sie es tut, mit großer Reichweite:
- 2015: Solidaritätsstreiks während der GDL-Welle, koordinierte Aktionen.
- 2021: Erste eigene Streikrunde nach längerer Friedensphase, Forderung Lohnerhöhung im Konzern.
- 2023: Bundesweiter 50-Stunden-Warnstreik im Mai 2023; legte Personen- und Güterverkehr komplett lahm. Ein angedrohter unbefristeter Streik wurde durch eine Schlichtung abgewendet.
- 2025: Tarifrunde ohne Vollstreik, nur kurze Warnstreiks; mit dem Februar-Abschluss endete der Konflikt früh.
Solange der laufende Tarifvertrag bis Ende 2027 gilt, ist die EVG- Front ruhig. Streikt die EVG dennoch, steht der DB-Konzern flächen deckend still – das war zuletzt 2023 zu beobachten.
Hintergrundtext zuletzt geprüft: 2026-04-25
Regionen · 1
| Region | Typ | Ampel | Laufzeit-Ende | Link |
|---|---|---|---|---|
| DB-Konzern (bundesweit) ★ | unternehmen | Grün | 31.12.2027 | → |
Zeitleiste
- 16.02.2025 in kraft
Abschluss in Kraft und Friedenspflicht. Entgelt-Stufe 2 zum 01.07.2026; Vertrag bis 31.12.2027.
Quelle - 16.02.2025 abgeschlossen
6,5% in zwei Stufen + EVG-Zusatzgeld, Kündigungsschutz, 33 Monate Laufzeit bis 31.12.2027.
Quelle - 13.09.2023 abgeschlossen
Nach Schlichtung per Urabstimmung (52%) angenommen: +410€ in zwei Stufen, 2.850€ IAP, 25 Monate bis 31.03.2025.
Quelle
Quellen
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