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Stand · 26. Mai 2026
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Lufthansa-Streik – aktueller Status & Fluggastrechte

Streikt Lufthansa? Fällt mein Flug aus? Wie hoch ist die Ausgleichszahlung? Hier finden Sie den aktuellen Stand der vier Tarifrunden bei Lufthansa und der Lufthansa CityLine – plus alle Rechte, die Sie als Fluggast haben, wenn ein Streik dazwischenkommt.

Aktueller Stand

Streikampel der vier Lufthansa-Tarifrunden auf streikwarner.de. Die Einschätzung wird automatisch aus Pressemitteilungen der Tarifparteien aktualisiert.

Aktueller Status
Orange
Vereinigung Cockpit (VC)
Lufthansa Piloten (Vereinigung Cockpit)

Lufthansa Airline + Cargo (bundesweit): Verhandlung läuft + 1 Warnstreik(s) in den letzten 30 Tagen

Jüngste Entwicklungen Mehr Updates ↓
Aktueller Status
Orange
UFO
Lufthansa Kabine (UFO)

Deutsche Lufthansa AG (bundesweit): Tarifrunde-Status: gescheitert (VTV-Friedenspflicht bis 31.12.2026; jedoch offene …)

Keine aktuellen Pressemeldungen erfasst.

Aktueller Status
Grün
ver.di
Lufthansa Bodenpersonal (ver.di)

Lufthansa-Konzern bundesweit: Abschluss in Kraft, Laufzeit bis 28.02.2028 (643 Tage)

Jüngste Entwicklungen
  • 27. März 2026 · ver.di und Lufthansa erzielen Tarifergebnis für Bodenpersonal
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Aktueller Status
Grün
ver.di
Lufthansa CityLine (Cockpit + Kabine, ver.di)

Lufthansa CityLine bundesweit: Abschluss in Kraft, Laufzeit bis 31.03.2029 (1040 Tage)

Jüngste Entwicklungen
  • 18. April 2026 · VC kritisiert Lufthansa CityLine-Stilllegung als tarifpolitisches Druckmittel
  • 10. April 2026 · ver.di und Lufthansa City Airlines einigen sich auf Tarifabschluss mit Gehaltssteigerungen
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Wer streikt bei Lufthansa?

Der Lufthansa-Konzern hat keine einzelne Gewerkschaft, sondern drei größere Tarifgegner – plus eine eigene Tarifrunde für die Tochter Lufthansa CityLine. Welche Gruppe streikt, entscheidet darüber, welcher Teil des Flugbetriebs lahmgelegt wird.

Vereinigung Cockpit (VC) – die Pilot:innen

Die Vereinigung Cockpit ist die Berufsorganisation der Pilot:innen bei Lufthansa und einigen weiteren Airlines in Deutschland. Sie vertritt nur diese eine Berufsgruppe – das macht sie klein, aber sehr schlagkräftig. Wenn die VC streikt, fliegt nichts. Selbst wenn alle anderen Beschäftigten arbeiten würden: ohne Cockpit kein Start.

Konflikte mit der VC gab es zuletzt 2022 (Forderung nach mehr Vergütung in der Pandemie-Erholung) und 2024 (Streit um Versorgungswerk und Gehaltsrunde). Beide Tarifrunden mündeten in mehrtägige Warnstreiks. Eine Schlichtung scheiterte 2022, bevor doch noch eine Einigung gelang.

UFO – die Kabine

UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) ist die Gewerkschaft der Flugbegleiter:innen und Pursers. Sie verhandelt eigene Tarifverträge für die Kabine, getrennt von Cockpit und Bodenpersonal. UFO-Streiks legen den Lufthansa-Flugbetrieb nahezu komplett lahm – ohne Kabinenpersonal kann ein kommerzieller Flug nicht starten.

UFO hatte 2019 mehrere Streikwellen für mehr Vergütung und bessere Schicht-Bedingungen. Seitdem ruhiger, aber die Tarifrunden mit UFO laufen nicht selten in einen Konflikt-Modus.

ver.di – das Bodenpersonal

Für das Bodenpersonal des Lufthansa-Konzerns – also das Check-in-Personal, die Gepäckabfertigung, die Werkstätten und Verwaltung an den Drehkreuzen Frankfurt und München – verhandelt ver.di einen eigenen Tarifvertrag. Dieser Tarif umfasst rund 20.000 Beschäftigte und ist damit der größte Einzeltarif im Konzern.

Der spektakulärste ver.di-Streik der jüngeren Vergangenheit war im Sommer 2022: das Bodenpersonal legte Lufthansa für 27 Stunden lahm, mehr als 1.000 Flüge fielen aus. Im Anschluss bekamen die Beschäftigten zweistellige Lohnerhöhungen.

ver.di CityLine – die Lufthansa-Tochter

Lufthansa CityLine ist eine Tochtergesellschaft der Lufthansa und betreibt vor allem Regionalflüge mit kleineren Maschinen. Cockpit und Kabine bei CityLine haben eigene Tarifverträge, verhandelt durch ver.di (nicht durch VC oder UFO). Streiks bei CityLine treffen nur diese Tochter; die Hauptflotte der Lufthansa fliegt normal weiter.

Welche Flüge fallen bei einem Lufthansa-Streik aus?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Faustregeln je nach Streikgruppe:

  • Pilot-Streik (VC). Praktisch alle Lufthansa-Flüge der jeweiligen Streikperiode fallen aus. Codeshare-Flüge mit anderer Airline bleiben unberührt – wichtig zu unterscheiden, ob auf Ihrem Ticket „LH" (Lufthansa-Flugnummer) oder z. B. „LX" (Swiss) steht.
  • Kabinen-Streik (UFO). Die meisten LH-Flüge fallen aus. Eine genaue Stornoliste veröffentlicht Lufthansa jeweils 24 Stunden vor Streikbeginn auf der eigenen Webseite und per Mail an die betroffenen Passagiere.
  • Boden-Streik (ver.di). Konzentriert auf Frankfurt und München. Die Drehkreuze sind weitgehend lahm, Flüge ab/an anderen Flughäfen können normal verkehren. Crew-Versorgung kann auch an Provinzflughäfen Probleme machen, wenn keine Bodendienste mehr erbracht werden.
  • CityLine-Streik (ver.di). Nur Regionalflüge mit Lufthansa-CityLine-Maschinen, meist innerdeutsch und europäisch. Hauptflotte ist nicht betroffen.
  • Star-Alliance-Partner. Lufthansa darf Sie bei einem Streik kostenfrei auf Partner-Flüge umbuchen (United, Swiss, Austrian, Air Canada usw.). Wer rechtzeitig fragt, sitzt nicht zwingend fest.

Fluggastrechte bei einem Lufthansa-Streik

Bei jedem Flug ab oder zu einem EU-Flughafen oder einem Flug einer EU-Airline gilt die EU-Verordnung 261/2004. Sie regelt, was Sie als Fluggast bei einer Annullierung oder großen Verspätung beanspruchen können. Bei Streiks ist entscheidend, ob es sich um einen außergewöhnlichen Umstand handelt.

Streik der eigenen Lufthansa-Belegschaft

Streikt das eigene Personal der Airline – also Pilot:innen, Kabine oder Bodenpersonal des Lufthansa-Konzerns – ist das nach europäischer Rechtsprechung kein außergewöhnlicher Umstand. Der Europäische Gerichtshof hat das 2018 in der Sache TUIfly (C-195/17) klargestellt und in mehreren Folgefällen bestätigt. Begründung: ein Tarifkonflikt ist Teil des normalen Geschäftsrisikos einer Airline und liegt nicht außerhalb ihres Einflussbereichs.

Praktische Folge für Sie: Sie haben bei einer streikbedingten Annullierung Ihres Lufthansa-Flugs Anspruch auf folgende drei Leistungen parallel:

  1. Erstattung oder kostenlose Umbuchung. Lufthansa muss Ihnen entweder den vollen Ticketpreis erstatten – auch bei nicht-stornierbaren Tarifen – oder Sie auf einen anderen Flug umbuchen, gerne auch über Star-Alliance-Partner.
  2. Pauschale Ausgleichszahlung. Je nach Streckenlänge 250, 400 oder 600 Euro pro Person. Bei frühzeitiger Information mehr als 14 Tage im Voraus entfällt die Pauschale.
  3. Betreuungsleistungen. Verpflegung, Telefonate, bei Bedarf Hotel und Transfer.

Streik externer Dienstleister

Anders sieht es aus, wenn Personen streiken, auf die Lufthansa keinen Einfluss hat:

  • Fluglotsen der DFS (Deutsche Flugsicherung)
  • Flughafensicherheit – Personenkontrollen (oft im Streik der ver.di-Tarifgruppe BDLS für die Sicherheitsdienste)
  • Bodenverkehrsdienste fremder Unternehmen an Flughäfen, wo nicht Lufthansa-Tochterunternehmen abfertigen

In diesen Fällen gilt der Streik in der Regel als außergewöhnlicher Umstand. Die pauschale Ausgleichszahlung entfällt. Erstattung und Betreuung bleiben aber bestehen.

Schritt für Schritt: Ausgleich beantragen

Wenn Ihr Lufthansa-Flug streikbedingt ausfällt:

  1. Direkt bei Lufthansa einreichen. Über lufthansa.com gibt es ein Kundendienst-Formular für Erstattung und Ausgleichszahlung. Belege (Ticket, Annullierungs-Mail, ggf. Hotelrechnung) hochladen.
  2. Frist beachten. Ansprüche aus EU 261/2004 verjähren erst nach drei Jahren – aber: je früher Sie beantragen, desto leichter die Bearbeitung.
  3. Falls Lufthansa ablehnt: Schlichtungsstelle der Bundesregierung (söp – Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr) oder Inkassodienstleister wie EUclaim oder Flightright. Die letzteren behalten 25 bis 30 Prozent als Provision, holen dafür aber das Geld erfahrungsgemäß zuverlässig.

Wie lange dauert ein Lufthansa-Streik?

Warnstreiks im Luftverkehr dauern in der Regel 24 bis 48 Stunden. Die Vorlaufzeit ist meist sehr kurz: zwischen Ankündigung und Streikbeginn liegen typischerweise nur ein bis zwei Tage. Lufthansa veröffentlicht 24 Stunden vor Streikstart die Stornoliste, manchmal auch erst sechs Stunden vorher.

Erzwingungsstreiks mit Urabstimmung sind im Luftverkehr selten, aber vorgekommen. Beispiel: die Pilot- Streiks 2014/15 dauerten in Wellen über mehrere Monate, mit Streiktagen verteilt über die Wochen. Heute setzen die Gewerkschaften eher auf kurze, aber harte Warnstreiks – das erzeugt politischen Druck, ohne den ganzen Konzern monatelang in Schieflage zu bringen.

Bei streikwarner.de schalten wir die Ampel auf Rot, sobald eine Urabstimmung läuft oder ein unbefristeter Streik angekündigt ist. Bei laufender Tarifrunde nach gescheiterten Verhandlungen oder mehreren Warnstreiks in kurzer Zeit steht die Ampel auf Orange. Wer einen wichtigen Flug bucht, sollte einen Plan B bereithalten, wenn unsere Ampel orange oder rot zeigt.

Wann ist ein Lufthansa-Streik rechtmäßig?

Ein Streik im deutschen Luftverkehr ist rechtmäßig, wenn der bestehende Tarifvertrag fristgerecht gekündigt wurde, die Gewerkschaft eine Tarifforderung erhoben hat und die Verhandlungen gescheitert oder zumindest in einer Sackgasse sind. Solange ein Tarif läuft, gilt die relative Friedenspflicht – zu den darin geregelten Themen darf nicht gestreikt werden.

Eine Besonderheit im Luftverkehr: einige Tarifrunden haben eine vereinbarte Schlichtungsstufe, in der unparteiische Schlichter eine Empfehlung erarbeiten. Während dieser Phase greift die Friedenspflicht erneut. Erst wenn die Schlichtung gescheitert oder das Ergebnis abgelehnt ist, sind Erzwingungsstreiks möglich.

Wer die Friedenspflicht im Detail verstehen möchte, findet eine ausführliche Erklärung im Ratgeber Friedenspflicht.

Häufige Fragen

Bekomme ich bei einem Lufthansa-Streik Ausgleichszahlung?

Ja, in den meisten Fällen. Streiken die eigenen Beschäftigten von Lufthansa – also Pilot:innen, Kabinenpersonal oder Bodenpersonal des Konzerns –, gilt das nach der TUIfly-Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (C-195/17) nicht als außergewöhnlicher Umstand. Die Airline muss dann pauschal 250 bis 600 Euro pro Person zahlen, gestaffelt nach Streckenlänge.

Was bedeutet das TUIfly-Urteil für Streiks?

Der Europäische Gerichtshof hat 2018 in der Rechtssache TUIfly entschieden, dass ein Streik der eigenen Belegschaft kein außergewöhnlicher Umstand im Sinne der EU-Verordnung 261/2004 ist. Die Airline kann sich also nicht mit „höherer Gewalt" rausreden. Folge: bei Streiks von Lufthansa-Pilot:innen oder Kabinenpersonal gibt es Ausgleichszahlungen wie bei jeder anderen vermeidbaren Annullierung.

Wann fällt die Ausgleichszahlung weg?

Wenn Streiks von Personen verursacht werden, auf die die Airline keinen Einfluss hat – etwa Fluglotsen (DFS), Sicherheitsdienste an den Flughäfen (BDLS-Tarif) oder Bodenverkehrsdienste eines anderen Unternehmens. Dann gilt der Streik als außergewöhnlicher Umstand. Erstattung des Tickets und Betreuungsleistungen bleiben aber bestehen.

Bekomme ich mein Lufthansa-Ticket bei einem Streik erstattet?

Ja. Sie haben drei Optionen: kostenlose Umbuchung auf einen anderen Lufthansa-Flug, Umbuchung über eine Partner-Airline der Star Alliance ohne Aufpreis oder vollständige Erstattung des Ticketpreises – auch bei nicht-erstattungsfähigen Tarifen. Welche Option möglich ist, entscheidet Lufthansa, in der Praxis lassen sich aber alle drei aushandeln.

Streikt nur Lufthansa oder auch die Tochter-Airlines?

Das hängt von der Gewerkschaft ab. Vereinigung Cockpit (Pilot:innen) und UFO (Kabine) verhandeln getrennt für Lufthansa und Lufthansa CityLine. Streikt VC bei Lufthansa, fliegt CityLine in der Regel weiter. ver.di vertritt zusätzlich das Bodenpersonal des gesamten Konzerns – ein Streik dort kann mehrere Drehkreuze gleichzeitig treffen.

Wie hoch ist die Ausgleichszahlung bei einem Lufthansa-Streik?

Die Höhe hängt von der Streckenlänge ab: 250 Euro bei Strecken bis 1.500 km, 400 Euro bei 1.500 bis 3.500 km und Flügen innerhalb der EU, 600 Euro bei Flügen über 3.500 km außerhalb der EU. Voraussetzung: die Annullierung wird kürzer als 14 Tage vor Abflug bekannt gegeben oder der Ersatzflug verzögert die Ankunft erheblich.

Bekomme ich Hotelkosten erstattet, wenn ich wegen Streik nicht weiterfliege?

Ja. Wenn Sie wegen des Streiks am Flughafen festsitzen und eine Übernachtung nötig wird, hat Lufthansa eine Betreuungspflicht. Verpflegung, Hotel und Transfer zwischen Hotel und Flughafen werden übernommen. Wenn Lufthansa selbst nichts organisiert, buchen Sie selbst und reichen die Belege ein – Kosten in zumutbarem Rahmen werden erstattet.

Was ist der Unterschied zwischen Vereinigung Cockpit und UFO?

Die Vereinigung Cockpit (VC) ist die Berufsorganisation der Pilot:innen und vertritt nur diese eine Berufsgruppe. UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) vertritt das Kabinenpersonal – Flugbegleiter:innen und Pursers. Beide Gewerkschaften verhandeln getrennt mit Lufthansa, oft mit unterschiedlichen Forderungsschwerpunkten.

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