Sicherheits- und Bewachungsgewerbe (ver.di)
Bundesweit (Mantel): In Kraft, Laufzeit bis 31.12.2027 (569 Tage)
Tarifvertrag und Verhandlungspartner
Hinter dem Tarifvertrag „Bewachungsgewerbe” steht ver.di, verhandelt für rund 270.000 Beschäftigte im privaten Sicherheits- und Bewachungsgewerbe Deutschlands: Werkschutz in Industrieanlagen, Bewachung von Behörden, Geld- und Werttransport, Sicherheitsdienste in Krankenhäusern, City-Streifen und große Veranstaltungen.
Tarifpartner auf Arbeitgeberseite ist der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW). Verhandelt werden ein bundesweiter Manteltarifvertrag und regionale Lohntarifverträge, weil die Lohnstrukturen zwischen Bundesländern erheblich differieren. Im Westen liegen die Stundenlöhne deutlich höher als im Osten, im Süden über dem Norden.
Wichtig: Der separate Tarifvertrag Luftsicherheit (BDLS) ist nicht Teil dieser Familie – Luftsicherheitskontrollen (Passagier- und Gepäckkontrolle) haben einen eigenen, allgemeinverbindlichen Tarifvertrag.
Worum es im aktuellen Tarifkonflikt geht
ver.di verhandelt mit dem BDSW über Stundenlöhne, Mindest zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienst, Eingruppierungs fragen und Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge. Letztere ist ein zentraler Hebel: Solange ein Tarifvertrag allgemeinverbindlich ist, gilt er auch für die rund 30 Prozent der Sicherheitsfirmen ohne Tarifbindung – das hält die Löhne im Markt insgesamt stabil.
Konkrete Forderungen, Verhandlungsstände und Streiktermine stehen im Block „Aktuelle Entwicklungen” oben.
Wen ein Streik betrifft
Streiks im Bewachungsgewerbe treffen direkt sichtbar:
- Werkschutz in Industrieanlagen kann ausfallen – betroffene Unternehmen müssen Notpläne aktivieren oder Anlagen herunterfahren.
- Geld- und Werttransport verzögert sich; Bankfilialen können zeitweise kein Bargeld nachgefüllt bekommen, Geldautomaten-Befüllung stockt.
- Behördenbewachung und Krankenhaussicherheit: hier wird in der Regel Notdienst gefahren.
- Großveranstaltungen (Messen, Konzerte): bei Streikrisiko entweder Verschiebung oder externe Springer.
Reisende sind nicht direkt betroffen, weil die Luftsicherheit (BDLS) einen eigenen Tarifvertrag hat – Streiks dort laufen separat.
Streikhistorie
ver.di hat im Bewachungsgewerbe regelmäßig konfrontativ verhandelt:
- 2017: Tarifkonflikt mit BDSW über mehrere Monate, Schlichtung führte zu Lohnerhöhungen über mehrere Stufen.
- 2022: Warnstreiks im Werttransport, mehrere Banken konnten zeitweise nur eingeschränkt mit Bargeld versorgt werden.
Aktuelle Pressemitteilungen von ver.di werden alle vier Stunden abgerufen und fließen oben in den Block „Aktuelle Entwicklungen” ein.
Hintergrundtext zuletzt geprüft: 2026-04-26
Regionen · 1
| Region | Typ | Ampel | Laufzeit-Ende | Link |
|---|---|---|---|---|
| Bundesweit (Mantel) ★ | bundesweit | Grün | 31.12.2027 | → |
Zeitleiste
- 01.12.2025 in kraft
ETV-Sammelabschluss Ende 2025 in 9 Tarifgebieten (MV, BE/BB, HH, HB, HE, TH, ST, BW, RP/SL). Zwei Stufen je +3,7%, Laufzeit 01.01.2026 bis 31.12.2027. Tarifgebiete SH, NRW, BY laufen separat bis 31.12.2026.
Quelle
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