Flugsicherung Deutschland (GdF / DFS)
Bundesweit: In Kraft, Laufzeit bis 31.03.2027 (294 Tage)
Tarifvertrag und Verhandlungspartner
Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ist die Berufs gewerkschaft der deutschen Fluglotsinnen und Fluglotsen. Sie vertritt rund 5.500 Beschäftigte der Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS), darunter Lotsinnen und Lotsen in den Kontrollzentralen und an den Towern, dazu operative Technikerinnen und Ingenieure, Verwaltungspersonal und weitere.
Die DFS ist eine bundeseigene GmbH; sie kontrolliert den gesamten deutschen Luftraum (Flugverkehrskontrolle) und 16 Verkehrsflughäfen (Towerdienste). Die GdF verhandelt direkt mit der DFS – es gibt keinen Arbeitgeberverband. Lotsinnen und Lotsen sind eine sehr spezifische Hochqualifikationsberufsgruppe; ein Streik kann nicht durch Aushilfen kompensiert werden.
Worum es im aktuellen Tarifkonflikt geht
Nach mehr als zwei Jahren Verhandlungen (über 70 Verhandlungstage) einigten sich GdF und DFS am 24. Mai 2024 auf ein Tarifpaket aus 18 einzelnen Tarifverträgen. Der Abschluss umfasst:
- Lohnerhöhungen von insgesamt rund 20 Prozent über die Vertragslaufzeit
- Umstellung der betrieblichen Altersversorgung für neu eingestellte Lotsen, Techniker:innen und Ingenieure auf ein kapitalgedecktes Modell
- Höhere Endstufengehälter für operatives Personal
- Niedrigere Eingangsgruppe für neu eingestellte Lotsen (Generationswechsel-Mechanismus angesichts vieler bevorstehender Renteneintritte)
- Flexiblere Teilzeitmodelle und Dienstplanregeln
Laufzeit: Januar 2023 bis 31. März 2027 – eine außergewöhnlich lange Friedenspflicht von mehr als vier Jahren. Streiks sind während der Laufzeit formal nicht zulässig.
Wen ein Streik betrifft
Lotsinnen und Lotsen sind die kritischste Berufsgruppe im deutschen Luftverkehr. Ohne sie kann kein Flugzeug starten oder landen – egal welche Airline, egal welcher Flughafen. Ein einziger Streiktag in der Kontrollzentrale Karlsruhe oder München würde den oberen Luftraum über Deutschland sperren und Tausende Flüge lahmlegen.
Die GdF muss bei Streiks eine Notfallbesetzung sicherstellen (Mindestkapazität für Rettungsflüge, militärischen Verkehr und Transit). Trotzdem fallen bei einem GdF-Streik typischerweise 80–90 Prozent aller Flüge in deutschem Luftraum aus.
Streikhistorie
Lotsenstreiks sind selten, aber maximal wirksam:
- 2009/2011: Mehrere Warnstreiks im Rahmen der damaligen Tarifrunden, regional begrenzt.
- 2012: Tarifkonflikt mit DFS, mehrfache Schlichtungen.
- 2022: Warnstreiks an einzelnen Flughäfen wegen einer Tarifrunde für Vorfeldlotsen.
- 2024: Abschluss am 24. Mai 2024 nach zweijährigen Verhandlungen – ohne Vollstreik, aber mit Streikdrohungen.
Solange das aktuelle Tarifpaket bis Ende März 2027 gilt, ist mit GdF-Streiks nicht zu rechnen – die Lufthansa-, Bahn- oder Bodenverkehrsstreiks haben darauf keinen Einfluss, weil das Lotsenpersonal nicht zur jeweiligen Airline oder zum DB-Konzern gehört.
Hintergrundtext zuletzt geprüft: 2026-04-25
Regionen · 1
| Region | Typ | Ampel | Laufzeit-Ende | Link |
|---|---|---|---|---|
| Bundesweit ★ | bundesweit | Grün | 31.3.2027 | → |
Zeitleiste
- 24.05.2024 in kraft
Tarifpaket aus 18 Tarifverträgen (Lotsen, Techniker/Ingenieure, operatives Personal, Verwaltung). Laufzeit Januar 2023 bis März 2027 – mehr als vierjähriger Abschluss, Friedenspflicht bis 31.03.2027.
Quelle
Quellen
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