Tarifvertrag Luftsicherheit (BDLS)
Bundesweit: In Kraft, Laufzeit bis 31.12.2026 (204 Tage)
Tarifvertrag und Verhandlungspartner
Hinter dem Tarifvertrag Luftsicherheit stehen rund 25.000 Beschäftigte privater Sicherheitsdienstleister, die im Auftrag der Bundespolizei die Passagier- und Gepäckkontrollen an deutschen Verkehrsflughäfen durchführen. Verhandelt wird zwischen ver.di und der dbb tarifunion auf Gewerkschaftsseite und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) auf Arbeitgeberseite.
Der zentrale Vertrag ist der Manteltarifvertrag MTV Aviation und der Entgelttarifvertrag ETV Aviation – letzterer ist allgemeinverbindlich, gilt also auch für Beschäftigte in nicht tarifgebundenen Unternehmen der Branche.
Worum es im aktuellen Tarifkonflikt geht
Die Tarifrunde 2024/2025 endete am 2. April 2025 in der achten Verhandlungsrunde mit einem Abschluss, dem sechs Warnstreik-Wellen und mehrere bundesweite Aktionstage vorangegangen waren. Der neue Vertrag läuft 21 Monate – bis zum 31. Dezember 2026.
Eckpunkte:
- Stundengrundlohn: +0,70 Euro ab 01.05.2025, +1,00 Euro ab 01.04.2026
- Erhöhung der PRM-Zulage (für Beschäftigte mit Aufgaben rund um mobilitätseingeschränkte Reisende) um je 0,35 Euro zu beiden Erhöhungszeitpunkten
- Verbesserung der Mehrarbeitszuschlagsregelung für Teilzeitbeschäftigte – früherer Beginn der Zahlung
Während der Laufzeit gilt Friedenspflicht. Die nächste reguläre Tarifrunde startet voraussichtlich im Herbst 2026.
Wen ein Streik betrifft
Streiks in der Luftsicherheit treffen Reisende sofort und hart: Wenn Sicherheitskontrollen ausfallen, fallen automatisch alle Abflüge an dem betroffenen Flughafen aus, weil Passagiere ohne Kontrolle nicht zum Gate kommen. Ein einziger ganztägiger Streik in Frankfurt am Main legt dort den Flugbetrieb komplett still – die Hub-Wirkung kappt zusätzlich Anschlussflüge bundesweit.
Andere Sicherheitsaufgaben (Bundespolizei für Grenzkontrollen, Lufttüchtigkeit der Maschinen, Lotsen) sind nicht betroffen, aber ohne die privaten Sicherheitskräfte am Vorfeld geht nichts.
Streikhistorie
Tarifrunden in der Luftsicherheit sind regelmäßig konfliktreich:
- 2019: Mehrtägige Streiks an mehreren Flughäfen, koordinierter bundesweiter Aktionstag.
- 2022: Streiks im Sommer mit hohen Flugausfällen, betroffen vor allem Frankfurt, München, Düsseldorf.
- 2023: Tarifrunde mit Schlichtung – am Frankfurter Flughafen konnten Streiks knapp abgewendet werden.
- 2024/2025: Acht Verhandlungsrunden, dazwischen Warnstreik- Wellen; am 10. März 2025 ganztägige Streiks an 13 Flughäfen (Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin, Düsseldorf, Weeze, Dortmund, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, Frankfurt, Stuttgart, Karlsruhe/Baden- Baden, München). Einigung am 2. April 2025.
Die Sicherheitskontrolle ist ein klassisches Choke-Point-Streik ziel – kleine Berufsgruppe, große Wirkung. Bei jeder neuen Runde ist mit Warnstreiks zu rechnen.
Hintergrundtext zuletzt geprüft: 2026-04-25
Regionen · 1
| Region | Typ | Ampel | Laufzeit-Ende | Link |
|---|---|---|---|---|
| Bundesweit ★ | bundesweit | Grün | 31.12.2026 | → |
Zeitleiste
- 10.04.2025 in kraft
Zweite Lohnstufe (+1,00€/h) tritt zum 01.04.2026 in Kraft. Formales Vertragsende nicht aus Pressemitteilung verifizierbar.
Quelle - 10.04.2025 abgeschlossen
Nach Schlichtung: +0,70€/h zum 05/2025, +1,00€/h zum 04/2026; PRM-Zulage +0,35€ an beiden Stichtagen; Gesamtplus 7,2–10,6%.
Quelle - 2023 abgeschlossen
Lohntarifvertrag (ETV) für Sicherheitskräfte, Laufzeit bis 31.03.2025 (aus ETV-PDF BDLS abgeleitet; exaktes Abschlussdatum nicht in Primärquelle).
Quelle
Quellen
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